Um sich in die achtziger Jahre versetzen zu lassen, nutzte eine kleine Delegation „Alter Leute“ des BTC-Ratingen die Eifel Rallye am 16.+17. Juli in Daun.
Kurz entschlossen wurden am Samstag die Zuschauerstühlchen eingepackt und ab gings um 7:00 Uhr in die Eifel. Die Wertungsprüfung bei Kehlberg musste erst gar nicht gesucht werden, denn wir fielen bei der Anfahrt schon über die abgesperrte Strecke vor Kehlberg.
Das Auto wurde in ca. 50 Meter zum Zuschauerpunkt eingeparkt, denn „ Alte Leute“ können ja nicht weit laufen. 9:00 Uhr in der Eifel. Rolf H. der noch die heißen Temperaturen vom Vortag im Körper hatte, stieg in kurzer Hose aus. Außentemperatur 13 Grad, gefühlte 9 Eifelhöhen Grad, sche---kalt. Es ist nicht zu kalt, so sein Kommentar. Auf jeden Fall setzte er sich so um 9:00 Uhr brav in sein Zuschauerstühlchen um Autos zu schauen. Fotos die zu diesem Zeitpunkt von ihm gemacht wurden, möchte ich den Lesern hier ersparen.
Dann ging es los. Zunächst die Teilnehmer der „Deutschen Rallye Meisterschaft“ und der „Youngtimer Rallye Trophy“ zum Aufwärmen. Dann, nach einer ca. 10 minütigen Pause kamen sie, die Historic Rallye Cars.



Die „Slowly Sideways“, eine Gruppe historische Rallye Autos aus mehreren Jahrzehnten. Die Mitglieder von „Slowly Sideways“ um den bekannten Motorsport-Fotografen Reinhard Klein (Köln) als Initiator haben es sich zum Ziel gesetzt, ehemalige Werkswagen mit internationaler Geschichte zu erhalten und diese dort zu präsentieren, wo die Schmuckstücke am besten aufgehoben sind, nicht in den Hallen eines Museums, sondern auf den Strecken einer „echten“ Rallye. Zu sehen sind nur Fahrzeuge, die Rallyegeschichte geschrieben haben und in Optik, Lackierung und auch Technik dem Original entsprechen. Dies sollten nach Möglichkeit originale Ex-Werkswagen sein, aber auch detailgetreue Nachbauten, sogenannte Replikas, sind erlaubt. Klar, dass diese Teams nicht im offiziellen Wettbewerb starten und um Bestzeiten fahren, aber zu Showeinlagen und möglichst spektakulären Drifts fühlen sich die Fahrer verpflichtet. Ganz Slowly Sideways.


Ergänzt wurde diese Attraktion um ein weiteres Unikat aus dem Rallyesport, Walter Röhrl. Der zweimalige Rallye-Weltmeister startete mit seinem aus dem Jahre 82 originalen Siegerfahrzeug der Rallye Monte Carlo, einem Ascona 400 mit der damaligen Startnummer 2. Da das Fahrzeug ja nun auch in die Jahre gekommen war, kränkelte es etwas und fiel genau vor unseren Füßen mit einem Defekt aus. Jetzt wurde auch R.H. wieder warm und ich begab mich schnellstmöglich mit meinem Fotoapparat zu diesem Fahrzeug, war aber wie man sehen kann nicht als erster da.

Nach ca. einer Stunde war das Spektakel der „Slowly Sideways“ vorbei und wir konnten zu unserer wohlverdienten Mittagspause nach Daun fahren. Nach einem kleinen Rundgang im Servicepark der Historic Cars konnten sich die „Alten Leute“ ihrem leiblichen Wohl zuwenden.

Frisch gestärkt wurden noch ein paar Autogramme von Walter Röhrl erkämpft und weiter ging es zum nächsten, nicht unbekannten Zuschauerpunkt nahe Darscheid. Die Doppelkombination, Kuppe links, in der Senke links, kennt Heinz bestimmt.
Die Außentemperaturen inzwischen bereits auf 24 Grad angestiegen ließen selbst R.H. wieder Lächeln. Ohne weitere Zwischenfälle schauten wir uns noch einmal alle Durchgänge der DRM, Youngtimer und Historic Cars an.

Das „Alte Leute“ als Teilnehmer bei der Veranstaltung ihren Spaß haben, zeigt auch der älteste Teilnehmer der Veranstaltung auf nebenstehendem Foto.
N e i n, nicht der im Vordergrund, das ist Guido, sein Sohn. Ich meine den im Hintergrund, Heinz Kottmann. Er wurde vom Streckensprecher am Zuschauerpunkt zu seinem Alter (71) entsprechend gewürdigt.
Ein toller Zeitplan des Veranstalters, schönstes Rallyewetter, schöne Zuschauerpunkte und beste Versorgung fürs leibliche Wohl sorgten dafür, dass dieser Zuschauertag in positiver Erinnerung bleiben wird. Hoffentlich werden beim nächsten Ausflug der Delegation in Oberehe und bei der Deutschlandrallye annähernd ähnliche Voraussetzungen geschaffen sein.
Ich werde Euch davon berichten. ( HJS)





